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Jugendbefragung am Ostersbaum

Ergebnisse einer Befragung zum Freizeitverhalten, zum Einkaufsverhalten und zur Wohnsituation von Jugendlichen im Quartier Ostersbaum im Sommer 2001

Zielsetzung der Befragung

Was wollen die Jugendlichen am Ostersbaum wirklich? Wie finden Sie ihren Stadtteil, wie soll er sein? Was konkret sollen die in der offenen Jugendarbeit tätigen Einrichtungen anbieten?
Erneuerung eines Stadtteils - dies ist das Ziel des integrierten Handlungkonzeptes der Stadt Wuppertal zum Stadtteil Ostersbaum. Konkrete Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation der jungen Menschen zwischen 10 und 20 Jahre im Quartier beschränkten sich bisher auf vereinzelte Aktivitäten zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt.
Das Ziel der Befragung von 275 Jugendlichen im Stadtteil war es, die vorhandenen Wissenslücken über die Meinungen und Einschätzungen der jugendlichen BewohnerInnen des Ostersbaum zu schließen und konkrete Anhaltspunkte zur Gestaltung der offenen Jugendangebote im Stadtteil zu erhalten.

Durchführung der Befragung

Die Befragung wurde im Juni 2001 von den Schülern und Schülerinnen eines Gesellschaftslehrekurses der Gesamtschule Else-Lasker-Schüler durchgeführt. Sowohl in der Gesamtschule selbst, als auch an anderen in der Umgebung liegenden Schulen wurden jugendliche BewohnerInnen des Ostersbaum aufgesucht und nach dem Unterricht befragt. Im weiteren wurden die BesucherInnen einer offenen Jugendeinrichtung im Stadtteil sowie Jugendliche auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen des Ostersbaum befragt. Weiterhin gelang es, eine Jugendgruppe der evangelischen Kirche zur Beantwortung der Fragebögen zu gewinnen.
Die Befragung wurde von einer Mitarbeiterin des Stadtteilbüros sowie dem zuständigen Lehrer der Klasse mit den SchülerInnen vor- und nachbereitet. Die Grundauswertung erfolgte durch die SchülerInnen. Die Gesamtauswertung wurde im Stadtteilbüro durchgeführt.
Nach Angaben der Jugendhilfeplanung der Stadt Wuppertal leben im Quartier Ostersbaum ca. 2800 Jugendliche bis 18 Jahre (in 1997). Bei einer Befragung von 275 Jugendlichen wurden demnach ca. 10% der Jugendlichen des Stadtteils erreicht.

Ergebnisse der Befragung

23 Seiten umfaßt der Abschlußbericht zur oben genannten Studie. Die wichtigsten Ergebnisse wurden in einem Thesenpapier zusammengefaßt. Wer die vollständige Studie erhalten möchte, maile bitte an
Kamp@nachbarschaftsheim-wuppertal.de


Thesenpapier - zur Situation der Jugendlichen im Quartier Ostersbaum

Fassung vom 29.10.2001

These 1:
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen ausländischer Herkunft ist - zumindest in einigen Straßenzügen - wesentlich höher, als bisher vermutet. Dies muß bei der Schaffung sozialer Infrastruktur stärker als bisher berücksichtigt werden.

These 2:
Es gibt ein erhebliches Bildungsgefälle zwischen den deutschen Kindern und Jugendlichen im Stadtteil und ihren ausländischen Freunden und Nachbarn. Es ist zu vermuten, daß dieses Gefälle mit zunehmendem Alter steigt. Die Kinder ausländischer Herkunft benötigen daher mehr Unterstützung als bisher, um im deutschen Bildungssystem gleichberechtigte Chancen zu haben.

These 3:
Die Jugendlichen im Stadtteil könnten sich vielfältige Ergänzungen des aktuellen Freizeitangebotes im Stadtteil vorstellen. Sportgelegenheiten aller Art sowie jugendspezifische Musikprojekte stehen dabei im Vordergrund des Interesses.

These 4:
Der Stadtteil bietet wenig attraktive Einkaufsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Mit zunehmendem Alter kaufen immer weniger Jugendliche im Stadtteil ein. Das zukünftige Käuferpotential zumindest für die Geschäfte, die auf die Kundschaft aus dem Stadtteil angewiesen sind, bricht vermutlich nach und nach weg.

These 5:
Die eigenen zwei Beine und der Bus sind die bevorzugten Fortbewegungsarten der Jugendlichen im Stadtteil. Eine verbesserte Busanbindung insbesondere des Platzes der Republik würde langfristig diesen Personenkreis an dieses Verkehrsmittel binden, was angesichts der Emissionsprobleme im Stadtteil sehr wünschenswert wäre.

These 6:
Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ausländischer Herkunft in ihren eigenen Wohnungen unterscheiden sich z.T. von denen ihrer deutschen Freunde und Nachbarn. Dadurch entstehen spezifische Bedarfe hinsichtlich der Ausgestaltung der ansonsten noch genutzten Räumlichkeiten (z.B. Offene Tür o.a. Freizeiteinrichtungen

These 7:
In der Mehrheit nehmen die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils diesen als zu eng und problembelastet war. Die Schaffung von Raum für Kinder- und jugendspezifische Aktivitäten ist dringend weiter notwendig. Baulücken, Treppen, Straßen, Parks etc. sollten daher auf die Möglichkeit, sie Kindern und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen, überprüft werden. Eine weitere Verdichtung durch mehr Wohnbebauung ist unbedingt abzulehnen.

These 8:
Mit steigendem Alter führt die jugendtypische Einbindung in Peer-Groups mit den ihr eigenen Tendenzen zur Abgrenzung dazu, daß verstärkt auch Kommunikationsbarrieren zwischen den Kindern und Jugendlichen verschiedener Nationalität auftreten. Wichtig ist hier zu überprüfen, ob lediglich jugendtypisches Verhalten oder Sprachdefizite und andere strukturelle Probleme ursächlich für dieses Phänomens sind.

These 9:
Viele Kinder und Jugendlichen leiden unter den häufigen Prügeleien im Stadtteil. Maßnahmen zur Prävention, Schutz und zur Deeskalation sollten dringen angestrebt werden.

These 10:
Die Jugendlichen wünschen sich eindeutig einen schöneren und saubereren Stadtteil mit einer höheren Zahl an Sportmöglichkeiten und Treffpunkten für Jugendliche. Die Einbeziehung der Jugendlichen in den Prozeß der Revitalisierung dieses Stadtteils muß an diesen Wünschen ansetzen.

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