Die Offene Tür des Nachbarschaftsheims Wuppertal hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen der im Stadtteil lebenden Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 27 Jahren zu verbessern. In diesem Zusammenhang verstehen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Anwälte, Gesprächspartner und Ratgeber der Kinder und Jugendlichen. Unsere Einrichtung bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, freie Zeit gemeinsam zu verbringen. Die MitarbeiterInnen kommen den jungen Menschen in ihren Interessen und Fähigkeiten entgegen und ermutigen sie zur Mitbestimmung und Mitgestaltung von Aktionen, Veranstaltungen und Programmen.
Gefördert werden die Selbstbestimmungsfähigkeit der jungen Leute, ihre gesellschaftliche Mitverantwortung und ihr soziales Engagement.
Für das Zusammensein im Nachbarschaftsheim gelten elementare Werte wie Fairness, Gerechtigkeit, Bereitschaft zum Teilen, Einfühlungsvermögen, Gewaltfreiheit und Toleranz. Die Freiheit eines jeden Besuchers findet ihre Grenzen im Anspruch der anderen auf menschenwürdige Behandlung.
Kindern und Jugendlichen die Schwierigkeiten haben, Beziehungen und Bindungen einzugehen und deshalb Unterstützung benötigen, bietet die Offene Tür situationsgerecht sozialpädagogische Hilfen an. Viele junge Menschen aus sozial benachteiligten Familien sind auf die niedrigschwelligen Beratungsangebote der Mitarbeiter/innen in persönlichen, schulischen und beruflichen Fragen besonders angewiesen. Wo der Arbeitsauftrag des Nachbarschaftsheims überschritten wird, etwa bei Rechtsberatung oder bei Erziehungshilfen im Sinne des vierten Abschnitts des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, erfolgt eine Weitervermittlung an die zuständigen Sozialdienste und Behörden.
Die Kinder- und Jugendarbeit des Nachbarschaftsheims wird als Offene Arbeit bezeichnet, weil sie offen ist für alle jungen Menschen, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis, von ihrer Sprache, von ihrer ethnischen bzw. nationalen Zugehörigkeit und von ihrem Geschlecht. Offen ist das Nachbarschaftsheim auch für generationsübergreifende Projekte. Und offen ist die Jugendarbeit ebenfalls, indem sie sich zum Stadtteil und zur Region hin öffnet, indem sie mit anderen Einrichtungen und Institutionen kooperiert.
Der generelle Arbeitsauftrag aller Jugendarbeit, nämlich identitätsbildende Prozesse herauszufordern und zu unterstützen, trifft bei vielen jungen Menschen oftmals auf Widerstand gegen jede Art der Pädagogisierung. In einer Zeit, in der ehemals verbindliche Familien- und Lebensmuster brüchig geworden sind, empfiehlt es sich, junge Menschen in ihrem manchmal unversöhnlichen Individualismus so anzunehmen, wie sie sind. Über den Weg der Akzeptanz öffnen sich oftmals Türen, die bei pädagogischer Belehrung verschlossen bleiben Auf der Grundlage von Freiwilligkeit muss das Verhältnis zwischen Fürsorglichkeit und Sozialpädagogik und auch Forderung auf der einen und akzeptierender Dienstleistungsorientierung auf der anderen Seite im Alltag der Offenen Tür immer wieder neu ausbalanciert werden.
Durch den Einstieg in die Offene Ganztagsschule im Primarbereich (OGS) an den drei Grundschulen im Stadtteil schlägt dieser Fachbereich eine Brücke zwischen Jugendhilfe und Schule. Die OGS hilft mit, Ungerechtigkeiten bei Schwächeren abzuschwächen, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. In der OGS hilft dieser Fachbereich, die Bildungschancen aller Teilnehmenden zu verbessern und unterstützt Kinder bei ihren Entwicklungsaufgaben.